Bewegungsgeschichten sind interaktive Erzählungen, die Kinder durch gezielte Bewegungen in die Geschichte einbinden. Die Kinder erleben die Geschichte nicht nur mit ihren Ohren, sondern auch mit ihrem Körper. Dabei werden motorische Fähigkeiten, Fantasie und Sprachverständnis gefördert.
Ziele und Vorteile von Bewegungsgeschichten
- Förderung der Motorik (Grob- und Feinmotorik, Koordination, Gleichgewicht)
- Sprachförderung (Verständnis, Ausdrucksfähigkeit, Wortschatzerweiterung)
- Soziales Lernen (gemeinsames Erleben, Nachahmen, Koordination mit anderen)
- Konzentration und Aufmerksamkeit (aktives Zuhören, Reaktion auf Impulse)
- Kreativität und Fantasie (eigene Bewegungsinterpretationen)
Material und Vorbereitung
Die Durchführung von Bewegungsgeschichten erfordert nur wenig Material. Wichtig ist genügend Platz, sodass sich die Kinder frei bewegen können.
Empfohlene Materialien:
- Offene Fläche: Bewegungsraum, Turnhalle oder Platz im Gruppenraum
- Musik oder Naturgeräusche: Zur Untermalung (optional)
- Kleine Requisiten: Tücher, Bälle, Seile (je nach Geschichte)
- Einfache Kostüme oder Accessoires: Hüte, Schals für Rollenverhalten (optional)
- Bodenmarkierungen oder Kreide: Für Bewegungswege (optional)
Durchführung
- Einführung:
- Die Geschichte wird kurz vorgestellt.
- Die Lehrperson erklärt, welche Bewegungen passend sind.
- Erzählung mit Bewegungen:
- Die Lehrperson liest oder erzählt langsam und macht die Bewegungen vor.
- Die Kinder machen die Bewegungen nach oder interpretieren sie frei.
- Variation und Anpassung:
- Je nach Alter oder Gruppe kann die Geschichte komplexer oder einfacher gestaltet werden.
- Die Kinder können eigene Bewegungen vorschlagen.
- Reflexion und Abschluss:
- Kurzes Gespräch über das Erlebte („Was hat euch gefallen?“).
- Optional eine Entspannungsübung oder ein Abschlussritual.
Tipps für die Lehrperson
- Klare, einfache Sprache verwenden.
- Bewegungen vormachen und mit Worten unterstützen.
- Flexible Anpassung an die Gruppe (z. B. ruhige Kinder motivieren, lebhafte Kinder fokussieren).
- Pausen und langsames Tempo einbauen, damit alle mitkommen.
- Spaß und Freude stehen im Vordergrund – kein Leistungsdruck!
Mit Bewegungsgeschichten können Kinder auf spielerische Weise aktiv werden und sich ganzheitlich weiterentwickeln. Sie sind ideal für den Kindergartenalltag, besonders an bewegungsarmen Tagen oder als kreative Auflockerung zwischendurch.

