„Arbeiten eure Kinder wirklich komplett frei?“
- spielend-leicht-lernen
- vor 3 Tagen
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Diese Frage bekomme ich immer wieder. Und die Antwort ist eigentlich: Nein.
Unsere Kinder arbeiten nicht einfach „frei“ und suchen sich aus, was sie gerade machen möchten. Sie haben durchaus Freiheiten – zum Beispiel bei der Arbeitsweise oder teilweise bei der Wahl des Materials. Die Aufgabenstellung selbst geben aber immer wir vor.
Und genau darin liegt für mich ein ganz wichtiger Unterschied.
Es kann zum Beispiel sein, dass mehrere Kinder mit demselben Text arbeiten. Trotzdem arbeitet nicht jedes Kind am Gleichen.
Ein Kind bekommt von mir den Auftrag: „Unterstreiche alle Nomen und schreibe sie anschließend in Einzahl und Mehrzahl auf.“
Zum nächsten sage ich:
„Setze den gesamten Text in die Vergangenheit.“
Ein anderes Kind arbeitet gerade intensiv an Adjektiven und soll deshalb vor jedes Nomen ein passendes Adjektiv setzen.
Und so könnte man ewig weitermachen.
Individualisierung bedeutet für mich deshalb nicht, für jedes Kind ständig anderes Material vorzubereiten.
Viel wichtiger ist, dass ich weiß:
Wo steht dieses Kind gerade – und was wäre jetzt der nächste sinnvolle Schritt?
Da die Kinder ohnehin zu unterschiedlichen Zeiten fertig werden, entstehen viele dieser Folgeaufträge ganz unkompliziert im Unterricht. Oft brauche ich dafür weder ein zusätzliches Arbeitsblatt noch eine aufwendige Vorbereitung. Ein kurzer verbaler Auftrag reicht.
Und genau das ist für mich einer der größten Vorteile dieser Art zu arbeiten: Nicht 25 verschiedene Materialien vorbereiten – sondern 25 Kinder im Blick haben.




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